Hand aufs Herz: Wer hat sich nicht schon einmal die Haare gerauft, weil der Computer mal wieder macht, was er will? In meiner täglichen Arbeit als IT-Supporter in der Region Zürich begegnen mir gewisse Probleme immer wieder. Die gute Nachricht: Die meisten davon lassen sich mit wenigen Handgriffen lösen.
1. Der Computer ist langsam — und die Geduld am Ende
«Mein PC braucht ewig zum Hochfahren!» — diesen Satz höre ich fast täglich. Meistens liegt es an einem dieser drei Übeltäter:
Zu viele Autostart-Programme. Über die Monate sammeln sich Programme an, die sich beim Hochfahren ungefragt starten. Spotify, Skype, Discord, Adobe-Updates — jedes frisst Ressourcen. Öffnen Sie den Task-Manager (Ctrl + Shift + Esc), gehen Sie auf «Autostart» und deaktivieren Sie alles, was Sie nicht sofort nach dem Start brauchen. Sie werden den Unterschied spüren.
Die Festplatte ist voll. Windows braucht Luft zum Atmen. Wenn weniger als 10 % Speicherplatz frei sind, wird alles zäh. Mein Tipp: Schauen Sie zuerst in den Downloads-Ordner — dort verstecken sich oft gigabyteweise vergessene Dateien. Und der Papierkorb? Der leert sich nicht von alleine.
Veraltetes System. Ja, Updates sind lästig. Aber sie bringen neben Sicherheitskorrekturen oft auch echte Geschwindigkeitsverbesserungen. Lassen Sie Windows und Ihre Programme regelmässig aktualisieren — idealerweise automatisch.
Übrigens: Wenn Ihr Computer trotz allem langsam bleibt, könnte eine SSD-Festplatte Wunder wirken. Ein Upgrade von HDD auf SSD ist oft die beste Investition in einen älteren PC.
2. WLAN spinnt schon wieder
Das Internet fällt ständig aus, Videos ruckeln, und in der Küche kommt gar kein Signal an. Kommt Ihnen bekannt vor?
Der Klassiker: Router neu starten. Ja, wirklich. Stecker raus, 30 Sekunden warten, Stecker rein. Das löst erstaunlich viele Probleme, weil der Router seinen Zwischenspeicher leert und sich neu verbindet.
Der Standort macht den Unterschied. Der Router gehört nicht in den Abstellraum oder hinter den Fernseher. Ideal ist: zentral in der Wohnung, leicht erhöht, möglichst frei stehend. Dicke Wände und Metallregale sind die natürlichen Feinde des WLANs.
5 GHz statt 2.4 GHz. In einem Mehrfamilienhaus funken oft dutzende Router auf dem 2.4-GHz-Band. Wechseln Sie auf 5 GHz — das ist zwar etwas reichweitenschwächer, dafür schneller und weniger überlastet. Ihr Router bietet meistens beide Bänder an.
3. Passwort vergessen — schon wieder
Jeder kennt das Gefühl: Sie wollen sich einloggen, und das Passwort stimmt nicht. War es mit Grossbuchstaben? Mit Ausrufezeichen? Oder war das das Passwort vom anderen Konto?
Die Lösung heisst Passwort-Manager. Tools wie Bitwarden (kostenlos!) oder 1Password speichern alle Ihre Passwörter verschlüsselt an einem Ort. Sie müssen sich nur noch ein einziges Master-Passwort merken. Der Passwort-Manager generiert für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort — und füllt es automatisch ein.
Und bitte: Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), wo immer es geht. Selbst wenn jemand Ihr Passwort errät, kommt er ohne den zweiten Faktor nicht in Ihr Konto. Das dauert 2 Minuten zum Einrichten und kann Sie vor stundenlangem Ärger bewahren.
4. Der Drucker streikt
Ein Mysterium der modernen Technik: Der Drucker funktioniert gestern noch einwandfrei, heute tut er einfach — nichts.
Zuerst das Offensichtliche prüfen. Ist der Drucker eingeschaltet? Ist Papier drin? Hat er noch Tinte? Ist das USB-Kabel fest eingesteckt? Bei WLAN-Druckern: Ist er noch im richtigen Netzwerk? Klingt banal, aber Sie wären überrascht, wie oft das die Lösung ist.
Die Druckwarteschlange leeren. Wenn ein Druckauftrag hängen bleibt, blockiert er alle nachfolgenden. Unter Windows: Systemsteuerung → Geräte und Drucker → Rechtsklick auf Ihren Drucker → «Druckaufträge anzeigen» → alles löschen. Dann nochmal probieren.
Treiber aktualisieren. Nach einem Windows-Update kann es vorkommen, dass der alte Druckertreiber nicht mehr richtig funktioniert. Laden Sie den neuesten Treiber direkt von der Website des Herstellers herunter — nicht von dubiosen Drittseiten.
5. Phishing-Mails: Die Falle im Posteingang
«Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden.» «Ihr Konto wird gesperrt.» «Sie haben 500 CHF gewonnen.» — Solche Mails landen täglich in unseren Postfächern. Und sie werden immer besser gemacht.
So erkennen Sie Phishing:
Schauen Sie sich die Absender-Adresse genau an — nicht den angezeigten Namen, sondern die tatsächliche E-Mail-Adresse. «support@sw1sspost-delivery.com» ist nicht die Schweizerische Post.
Klicken Sie nie auf Links in verdächtigen E-Mails. Wenn Sie unsicher sind, öffnen Sie Ihren Browser und geben Sie die Adresse des Anbieters manuell ein.
Und im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel fragen als einmal zu wenig. Es gibt keine dummen Fragen, wenn es um Ihre Sicherheit geht. Schreiben Sie mir kurz — ich schaue mir die verdächtige Mail gerne an.
Sie kommen nicht weiter?
Manchmal reichen die Tipps nicht aus — oder das Problem ist hartnäckiger als gedacht. Kein Grund zur Panik. Kontaktieren Sie mich und wir finden gemeinsam eine Lösung. Oft geht das schneller als Sie denken — und im Zweifel komme ich bei Ihnen vorbei.